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Erstes SUPERBIKE*IDM-Wochenende mit Überraschungen auf dem Podium

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Reiterberger startet mit einem Doppel-Sieg in der Klasse Superbike in die Saison. Neukirchner holt mit seinem neuen Team zweimal Silber. Ebenfalls auf dem Podium: Vorjahres-Champion Xavi Forés. Geitner dominiert die Moto3-Klasse.

Das Wetter spielte mit. Bei optimalen Bedingungen war der Saisonauftakt der SUPERBIKE*IDM am Lausitzring ein voller Erfolg. 14.100 Zuschauer verfolgten die Rennen der Motorräder und Sidecars. Zum ersten Mal konnten Motorradbegeisterte die Läufe auch von zu Hause aus anschauen: Am Sonntag wurden alle Rennen der SUPERBIKE*IDM per Livestream übertragen. „Wir haben ein gelungenes Rennwochenende hinter uns und auch der Livestream wurde sehr positiv aufgenommen“, sagt Josef Meier vom Promoter MotorEvents HMP.

Maximalausbeute für Reiterberger in der Klasse Superbike
Zu schlagen war Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW, BMW S 1000 RR) am Wochenende weder im ersten noch im zweiten Rennen. Der Bayer dominierte die Läufe jeweils vor Max Neukirchner (Team Yamaha MGM, Yamaha YZF-R1M). Im zweiten Rennen konnte Neukirchner, in diesem Jahr mit neuem Team und neuem Motorrad unterwegs, besser mit Reiterberger mithalten, hatte aber noch Probleme am Kurvenaus- und -eingang. „Reiti hat das echt super gemacht. Ich wollte es nicht übertreiben und den zweiten Platz lieber sicher heimbringen“, sagte Neukirchner. Während das Duo vorne Gas gab, folgte mit etwa fünf Sekunden Abstand zunächst Neukirchners Teamkollege Damian Cudlin. In der zehnten Runde musste sich der Australier dann von Titelverteidiger Xavi Forés (3C-Racing Team, Ducati 1199 Panigale R) geschlagen geben. Der Spanier holte wie schon im ersten Rennen den dritten Platz, hatte aber nach wie vor Abstimmungsprobleme mit dem neuen Motorrad. „Wir wollten es dieses Wochenende auf das Podium schaffen, das hat geklappt. Deshalb bin ich sehr zufrieden“, sagte Forés. Markus Reiterberger freut sich indes über seinen Doppelsieg beim Saisonauftakt. „Ich bin erleichtert. Das Motorrad ist perfekt, die Pace um 6/10 pro Runde höher als im vergangenen Jahr. Aber ich denke, dass es noch schneller geht“, sagte Reiterberger.

Starke Piloten im Superstock 1000-Feld
Gleich in der ersten Runde des zweiten Superstock 1000-Rennens stürzte der Favorit und Gewinner des ersten Laufs Lukas Trautmann (Yamaha, Freudenberg Racing Team). Und auch der im ersten Rennen drittplatzierte Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing) fiel in der dritten Runde aus. Die Karten wurden dadurch neu gemischt. Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service, Yamaha YZF-R1M), der im ersten Rennen auf den zweiten Platz fuhr, lieferte sich mit Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex, Kawasaki ZX-10R) einen Kampf um die Führung. Gines lag lange Zeit vorne, erst in der letzten Runde schlüpfte Stamm an ihm vorbei und fuhr den Sieg nach Hause. Auf dem dritten Platz landete Danny de Boer (SWPN, Yamaha). Stamm freute sich über seinen knappen Sieg. „Ich dachte mir die ganze Zeit, dass ich irgendwie an Gines vorbeikommen müsste. Dann habe ich bis zum Schluss gewartet, gepokert und der Plan ist aufgegangen“, sagte er. Gines konnte im Nachhinein nur den Kopf schütteln. „Das ist verrückt. Es ist so schwer, so lange zu führen und dann den Sieg abzugeben“, sagte der Franzose. Bei Kerschbaumer Stefan (Yamaha, Leitwolf.cc Racing) begann der  Rennsonntag mit Platz 4 im morgendlichen Warm Up verheißungsvoll. Das 1. Rennen startete jedoch nicht besonders erfolgreich, dennoch konnte Steff über die 16 Rennrunden einige Plätze gutmachen und war auf P9 im Ziel. Das 2. Rennen begann wesentlich besserer. Der Steirer konnte durchgehend um Platz 6 kämpfen. In der letzten Runde kam den 25-Jährigen Student eine Rangelei seiner Vordermänner zugute und überquerte auf den tollen 4.Platz die Ziellinie.

Fight um die Spitze in der Klasse Supersport 600
Jan Bühn und Tatu Lauslehto heißen nach dem ersten Rennwochenende die diesjährigen Favoriten in der Klasse Supersport 600. In beiden Rennläufen startete Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer, Suzuki GSX-R 600) von der Pole-Position. Im ersten Rennen hatte der Finne jedoch massive Probleme mit dem Hinterreifen und kam so als Zweiter hinter Bühn ins Ziel. Im zweiten Rennen legte Lauslehto einen perfekten Start hin und fuhr dieses Mal mit einer härteren Reifenmischung das Rennen konstant zu Ende. Jan Bühn arbeitete sich nach einem verpatzten Start von Rang fünf auf Rang zwei vor und blieb bis zur vorletzten Runde dicht an Lauslehto dran. Dann stürzte der 24-Jährige und schied aus dem Rennen aus. Auf Platz zwei rückte Christian von Gunten nach, gefolgt von Sarah Heide (Team Suzuki Laux ADAC Sachsen, Suzuki), die das Rennen als Dritte und damit beste Deutsche zu Ende fuhr. Heide stand zuletzt nach ihrem Sieg auf dem Sachsenring 2011 auf dem Podium. „Ich muss das erst einmal realisieren“, sagte die 26-Jährige. „Wir haben den Winter durchtrainiert und uns bestens auf die Saison vorbereitet. Das hat sich jetzt ausgezahlt. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht.“

Karthin und Galinski auf Erfolgskurs in der Klasse SuperNaked
Eigentlich hatte Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki, Suzuki GSR 750) den Sieg im ersten Rennen der neuen Klasse SuperNaked schon in der Tasche. Der Duisburger führte das SuperNaked-Feld ab der dritten Runde an. Erst auf den letzten Metern eroberte sich Michael Galinski (Team Yamaha MGM, Yamaha MT09) die Führung zurück. „Ich habe Karthin überlistet. Er dachte bestimmt, ich wär einer, der ihn überrunden will. Das ist die Altersweisheit“, sagte Galinski, der mit einem minimalen Abstand von 0,3 Sekunden vor Karthin ins Ziel fuhr. Im Sonntagsrennen hieß der klare Sieger dann aber Kjel Karthin. Galinski trat aufgrund seiner Aufgaben als Chef von Team Yamaha MGM nicht im zweiten Rennen an. Auch Frank Behrje konnte Karthin nicht gefährlich werden. Udo Reichmann war zu früh gestartet und missachtete später auch die Durchfahrtsstrafe, wodurch er letztendlich disqualifiziert wurde.

Jonas Geitner im Rennen der Moto3 unschlagbar
Es war das Wochenende des Freudenberg Racing Teams. Mit Jonas Geitner, Tim Georgi und Matthias Meggle hatte der Rennstall aus Bischofswerda drei heiße Eisen im Feuer. Nach erfolgreichen Trainingsläufen und Qualifyings fuhren die Drei auch im Rennen vorne weg. Am schnellsten war Jonas Geitner auf der GP-Maschine KTM RC250R, zunächst gefolgt von Ernst Dubbink (Ernst Dubbink Eveno racing), ebenfalls auf einem GP-Motorrad (Honda NSF250). In der dritten Runde stürzte Dubbink, seinen Platz übernahm Tim Georgi auf der Standard-Maschine. Georgi hatte beim Start gepatzt, fand dann aber in seinen Rhythmus und brachte das Rennen als Gesamtzweiter zu Ende und kassierte volle Punktzahl für die Standardwertung. Auf den dritten Gesamtplatz und somit auf den zweiten Platz in der Standardklasse fuhr Georgis Teamkollege Matthias Meggle auf der gleichen Maschine. Sowohl für Georgi als auch für Meggle (beide 14-jährig) war es das erste Rennen überhaupt in der Moto3-Klasse. „Ich bin happy mit meinem Ergebnis und dem Motorrad. Es hat einfach alles super geklappt in unserem Team“, sagte Meggle. Für das nächste Rennen hat Georgi ein klares Ziel: „Ich will mich nächstes Mal gleich beim Start an Jonas dranhängen und dort bleiben.“

Sidecar-Routiniers Gürck-Wechselberger ganz vorne
In das Rennen der Sidecars gingen Kretzer-Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC, F1 LCR Sidecar) als klare Favoriten. „Im vergangenen Jahr hatten wir jedes Wochenende Probleme, irgendwas hat immer nicht gepasst. In dieser Saison war schon die Vorbereitung professioneller. Jetzt wollen wir den Titel zurück“, sagte Jens Lehnertz nach dem erfolgreichen Training vom Freitag. Vorjahres-Champion Josef Sattler musste im Rennen auf seinen Beifahrer Stefan Trautner verzichten. Im Qualifying am Samstag rutschten die beiden auf einer Ölspur des voranfahrenden Sidecars aus, wobei sich Trautner verletzte. Für ihn sprang Johann Hölzlwimmer ein. Im Rennen mussten sich Kretzer-Lehnertz dann jedoch in der fünften Runde aufgrund eines elektronischen Defekts geschlagen geben. Gut lief es für Gürck-Wechselberger (Polizei Sport Verein Wels Gürck Racing, LCR BMW), die den Lauf nach einer souveränen Leistung gewannen. „Wir sind einfach nur superglücklich“, sagte Gürck. Auf den zweiten Platz kamen Roscher-Burkard (BMW Motorrad France, Team Penz13). Über den dritten Rang freuten sich Sattler- Hölzlwimmer.

 

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